Hintergründe zu den Wirdparkplänen in Boxbrunn

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Naturpark Bayrischer Odenwald

Zonierungsverfahren des Bezirks Unterfanken zur Ausweisung von Windkraftflächen in den Naturparks Bayrischer Odenwald und Bayrischer Spessart

Windparkpläne der Stadt Amorbach

 

1982

Naturpark-Verordnung tritt in Kraft. Große Flächen des Bayrischen Odenwalds werden geschützt und dürfen nur noch wald- und forstwirtschaftlich genutzt werden unter Berücksichtigung der Belange der Natur. Die Natur erholt sich!

 

seit ca. 2007

Der Rotmilan und der Schwarzmilan sind in Boxbrunn zurück! Schwarzstörche siedeln sich an! Die Mopsfledermaus wird wieder heimisch!

 

2010

Die Stadt Amorbach beschäftigt sich mit eigenen Windparkplänen.

 

2011

Beginn des Zonierungsverfahrens.

 

Die WKAs sollen im Bereich Sansenhof-Boxbrunn gebaut werden.

 

Beitritt der Stadt Amorbach zur Energiegenossenschaft Untermain (damals noch: „Friedrich Wilhelm Raiffeisen Energie eG Untermain“).

 

Beschluss der Stadtratssitzung: Genehmigung der Bauvoranfrage der Energiegenossenschaft auf Errichtung von 4 WKAs mit einer Gesamthöhe von 185,90 m und einem Rotordurchmesser von 101 m und einer Nennleistung von 3.000 Kw (Typ E 101 der Firma ENERCON) Entfernung zu Boxbrunn: 1.700 m.

 

Am 15.07.2011 Weiterleitung der Planunterlagen an das Landratsamt Miltenberg. Der Landrat schickt alle 3 Ausfertigungen der Energiegenossenschaft zurück, da die Voraussetzungen für eine Genehmigung nicht vorhanden waren.

 

2012

Am 13.09.2012 beschließt der Stadtrat, die Einleitung eines Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplanes. Ziel ist es, Flächen für WKAs auszuweisen; und zwar insbesondere abseits der Kernstadt und abseits von Beuchen, gleichzeitig soll verhindert werden, dass nahe der Kernstadt WKAs gebaut werden können. Von einer „frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“ wurde von der Stadt Abstand genommen im Hinblick auf das laufende Zonierungsverfahren des Bezirks.

 

2013

Der Naturpark Bayrischer Spessart wird aus dem Zonierungsverfahren herausgenommen. Im Spessart werden keine Windräder gebaut werden!  

 

Die Änderung Flächennutzungsplanes wurde am 30.04.2013 amtlich bekannt gegeben. Dezember 2013 Kommunale Allianz: Stadt Amorbach, Markt Weilbach und Markt Kirchzell legt ein Fachgutachten vom Dezember 2013 vor. Lenkung der Windenergienutzung Boxbrunn gilt trotz des Vorkommens schlaggefährdeter Arten als geeignet. Bis zum heutigen Tage (Oktober 2015) noch nicht genehmigte Anlagen im benachbarten hessischen Felgenwald gelten als „Vorbelastung“. In dem Gutachten werden nur Standorte fernab der Kernstadt Amorbach als gut geeignet festgelegt.

 

2014

30.10.2014 Die Stadt Amorbach beschließt die Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplans „Sondergebiet Windpark Boxbrunn“. Auch hier hat die Stadt bisher nach eigenen Angaben von einer „frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“ Abstand genommen. Weitere Schritte hängen von dem Ausgang des Zonierungsverfahrens des Bezirks Unterfranken ab.

 

November 2014: Die 10H-Regelung tritt in Bayern in Kraft. WKAs dürfen nur noch in einem Abstand des 10-fachen ihrer Höhe zu Wohnhäusern errichtet werden; beschränkt auf 2.000 m Abstand. Ausnahmen bleiben bestehen.

 

2015

Frühjahr – Sommer 2015 Ohne die Öffentlichkeit zu informieren, wird die Erfassung von relevanten Vogel- und Fledermausarten im Bereich der WKAs auf der Boxbrunner Höhe durchgeführt. Auftraggeber ist die Energiegenossenschaft.

 

Der Bezirkstag stimmt für die Zerstörung von Flächen des Naturparks zugunsten der Windkraft Anhörung der Öffentlichkeit unter Vorstellung eines Fachgutachtens bei dem die schlaggefährdeten Arten in Boxbrunn nicht berücksichtigt wurden.

 

Die Bürger können dem Bezirk ihre Bedenken und Anregungen mitteilen. Ebenso der Landrat, die Städte und Gemeinden.

 

Der Kreistag des Landrates Miltenberg spricht sich für die Zerstörung von Flächen des Naturparks zugunsten der Windkraft aus. Ca. 50 % der zunächst vorgesehenen Flächen werden ausgespart.

 

Die Gemeinderäte von Miltenberg, Weilbach, Laudenbach, Schneeberg und Rüdenau sprechen sich gegen die Windkraft aus, da sie keine Entscheidung gegen die Bürger vor Ort vornehmen wollen und aus Naturschutzgründen. die Gemeinde Kirchzell nimmt das Zonierungsverfahren „zur Kenntnis“ und moniert die Missachtung der 10H-Regelung.

 

Die Stadt Amorbach hat ihre Windkraftpartner Weilbach und Kirchzell verloren, mit denen sie noch im Jahre 2013 das Gutachten zur standortsuche in Auftrag gegeben hatte.

 

Sie hätte so den Strom über Weilbach von den WKAs nach Amorbach leiten können. Die Leitungen wären dann von mehreren Windparks gezahlt worden. Jetzt müssten für vier Windräder über 10 km lange Leitungen gelegt werden – durch den Naturpark. Das wird teuer für den Betreiber und für die Natur.

 

Ende Juni beschließt der Stadtrat die Zustimmung zum Zonierungsverfahren des Bezirks, verlangt aber die Berücksichtigung ihrer eigenen Konzepte. Bei Abfassung des Beschlusses liegen dem Stadtrat 57 Unterschriften von Boxbrunnern vor, die sich gegen die Windkraft entschieden haben.

 

1. Juli 2015 Nachdem die Stadträte beschlossen haben, findet jetzt der sogenannte „Bürgerdialog“ im Bayrischen Hof in Boxbrunn statt. Der „Bürgerdialog“ entpuppte sich als Marketingveranstaltung: Die Getränke zahlt die Energiegenossenschaft. Zugegen sind die Ingenieure des Windradherstellers Enercon und zwei Verantwortliche eines Windparks in Hettingen. Die Stadträte sind auch zugegen. Sagen aber nicht viel.

 

Die Moderation übernehmen: 1. Bürgermeister Peter Schmitt zusammen mit Herrn Paulus von der Energiegenossenschaft. Öffentliche Fragen werden nicht zugelassen. Es sollten Einzelgespräche mit den anwesenden Mitarbeitern der Energiegenossenschaft und des Windradherstellers Enertec geführt werden. , Jedwede öffentliche Diskussion wurde vom 1. Bürgermeister und Herrn Paulus teilweise aggressiv unterbunden. Es wird mitgeteilt, dass der Abstand zwischen 1. Windkraft und Dorf nur 1.600 m beträgt bei einer Höhe von 207 m.

 

August 2015 Auf Initiative des Ortssprechers findet eine Befragung in Bobrunn statt, um zu erfahren, wer für und wer gegen die WKAs ist. Ergebnis: 75 % der Erwachsenen Einwohner Boxbrunns sind gegen die WKAs. Die Liste wird dem Stadtrat und dem 1. Bürgermeister vorgelegt – und dort ignoriert und teilweise öffentlich in Zweifel gezogen!!!

 

Nach vielen vergeblichen Versuchen, bei Stadtrat und Bürgermeister Gehör zu finden für unsere sachlichen Argumente gegen einen Windpark im Naturpark wurde am 17. September 2015 die Bürgerinitiative Naturpark Boxbrunn gegründet.

 

Blick in die Zukunft:

 

2016

Voraussichtliches Ende des Zonierungsverfahrens. Entscheidung pro Windkraft?

 

Zerstörung des Lebensraums vieler geschützter Arten

 

Stadt Amorbach setzt das 2013 begonnene Bauleitverfahren fort. Jetzt muss die Öffentlichkeit beteiligt werden. Die Energiegenossenschaft stellt den Bauantrag. Der Landrat muss entscheiden. Argumente gegen die Windparks: Keine Vorbelastung in Hessen, keine ausreichende Wirtschaftlichkeit, Verstoß gegen die 10 H-Regelung, Naturschutz (Rotmilan, Schwarzstorch).

 

Entscheidung gegen Windkraft?

 

Der Naturpark bayrischer Odenwald bleibt erhalten als Lebensraum vieler geschützter Arten. Der Wald kann weiter seine wichtigen Aufgaben im Rahmen des Klimaschutzes erfüllen und allen Erholungssuchenden als Ort der Ruhe und der Entspannung dienen.

 

Die Stadt Amorbach kann ihre Pläne zu den Akten legen.

 

 


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