Wirtschaftlichkeit der Windparks

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Wirtschaftlichkeit der Windparks der Windenergie S & H GmbH

Die Angaben des Betreibers zum Stromertrag sind intransparent und irreführend.

 

Laut Angaben des Herausgebers des IWR-Windertragsindex ist die Gegenüberstellung des Stromertrags mit dem IWR-Windertragsindex, um den langjährigen Ertragswert ihrer Anlagen zu ermitteln, vollkommen ungeeignet und führt zu falschen Ergebnissen.

 

Die Windenergie S & H GmbH mit Sitz in Hettingen-Beuren hat nach eigenen Angaben fünf Windparks als sogenannte Bürgerwind-Projekte im Neckar-Odenwald-Kreis initiiert und geplant. Dies sind:

 

„Altheimer Höhe“, „Hettinger Eulsberg„, „Ravensteiner Höhe„, „Steinbacher-Höhe“ und „Altheimer Höhe II“.

 

Hier stecken Bürger ihr erspartes Geld in Windparks mit dem Risiko des Totalverlusts.

 

Der Geschäftsführer der Windenergie S & H GmbH, Herr Uwe Steiff war zum sogenannten „Bürgerdialogs“ am 1. Juli 2015 in Boxbrunn von der Stadt Amorbach und der Energiegenossenschaft engagiert worden, um den Boxbrunnern von der Wirtschaftlichkeit von Windparks in unserer Region zu überzeugen.

 

In einem Bericht vom 03.07.2015 im „Boten“ zum selben Thema von Frau Balleier wird Herr Steiff wie folgt zitiert: „Aber alle unsere Windparks arbeiten im grünen Bereich.“

 

Überprüft man diese Aussage des Herrn Geschäftsführer Uwe Steiff durch einen Blick auf die im Internet veröffentlichten Daten über den Stromertrag der Windparks, ergibt sich ein ernüchterndes Bild:

 

Bei 4 Windparks liegt der Stromertrag unterhalb des IWR-Windertragsindex.Bei einem 1 Windpark sind die Betriebsdaten nicht öffentlich zugänglich – sicherlich nicht, weil er so glänzend dasteht.

 

Statt die bei Planung der WKAs prognostizierten Stromerträge mit den tatsächlichen Erträgen zu vergleichen, wird der sogenannte IWR-Windertragsindex den erzielten Stromerträgen gegenüber gestellt. Dies ist irreführend, wie nachstehend näher ausgeführt wird. Aber auch die nach dieser falschen Methode vorgenommene Gegenüberstellung von tatsächlichem Stromertrag und IWR-Windertragsindex führt zu dem Ergebnis, dass die Windparks mehrheitlich zu wenig Strom einfahren.

 

Im Einzelnen folgendes:

 

(1) Nach Angaben des Entwicklers des IWR-Windertragsindex, dem Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR), ist dieser Index nicht geeignet den Ertragswert des Windparks zu ermitteln. Trotzdem versucht die Windenergie S & H GmbH durch grafische Gegenüberstellung des Stromertrags mit dem IWR-Windertragsindex den Eindruck zu erwecken, dass der Stromertrag ihrer Anlagen über dem Soll liegen.

 

Hinsichtlich der Ungeeignetheit zur Darstellung des Stromertrags einzelner Windparks führt das IWR hierzu folgendes aus:

 

„Windkraftanlagenbetreiber und Projektierer gerne dazu verwenden, um den „langjährigen“ Ertragswert ihres Windparks zu ermitteln bzw. die Jahreswerte mittels Dreisatzrechnung auf „langjährig“ zu korrigieren. Diese einfache Dreisatz-Rechnung ist fahrlässig und führt auf Grund der Methodik fast immer zu falschen Ergebnissen, da die Berechnung auf völlig unterschiedlichen Bezugszeiträumen basiert. Hintergrundinfos siehe: http://www.iwr.de/wind/wind/windindex/index.html

 

(2) Darüber hinaus konnten vier der fünf Windparks seit Betriebsbeginn den prognostizierten Stromertrag nicht einfahren.

 

Vom Windpark „Ravensteiner Höhe“ werden von der Betreibergesellschaft keine Daten zum Stromertrag öffentlich ins Internet gestellt. Diese Daten sind nur für Anteilseigner am Windpark zugänglich. Ein Schelm der böses dabei denkt.

 

Zu den von den Betreibern auf ihrer Website genannten Stromerträgen in Gegenüberstellung des methodisch unzulässigen IWR-Windkraftindex der drei Windparks „Altheimer Höhe“, „Altheimer Höhe II“ und „Steinbacher Höhe“ die nachfolgenden Tabellen:

 

 

Altheimer Höhe (Jahres-Soll: 3.300.000 kW/Jahr)

er Stromertrag des Windparks Altheimer Höhe blieb 7, 1 % hinter Sollwert zurück.

 

Alzheimer Höhe II (Jahres-Soll: 7.900.000 kW/Jahr)

Der Stromertrag des Windparks „Altheimer Höhe II“ blieb also durchschnittlich ca. 13,28 % unterhalb des Sollwerts.

 

Steinbach (www.windpark-steinbach.de/betriebsdaten)

Der Stromertrag liegt 12,26 % unterhalb des Sollwerts.

 

Hettingen-Eulsberg (Jahres-Soll: 3.300.000 kW/Jahr)

Der tatsächliche Ertrag liegt 5,3 % unter dem Sollwert.

 

Hintergrundinfos: Der IWR-Windertragsindex für Regionen

 

Der IWR-Windertragsindex für Leitregionen gibt für verschiedene Landschaftsräume an, wie die Erträge von Windenergieanlagen in einem bestimmten Jahr im Vergleich zu einem 5 bzw. 10-jährigen Mittel in einer Region, Landschaftsgebiet, etc. einzuordnen sind. Der IWR-Windertragsindex für Regionen wird aus den tatsächlichen Energieerträgen von Anlagen & Windparks berechnet, die an unterschiedlichen Standorten in der jeweiligen Region verteilt stehen.

 

Ein solcher regionaler Windindex, d.h. ein Index, der für einen ganzen Landschaftsraum gilt, kann wie der DAX als Leitindex an der Börse lediglich als eine Art Orientierungshilfe (!) dienen. Wie beim DAX kann auf Grund der Entwicklung des Leitindex nicht ohne Weiteres auf die Entwicklung einzelner Aktien wie BASF oder Siemens geschlossen werden. Ebenso lässt auch die Entwicklung eines regionalen Windenergie-Ertrags-Index keine direkten Rückschlüsse auf den langjährigen Ertrag des eigenen Windparks zu bzw. die einfache Dreisatzrechnung führt im Ergebnis normalerweise immer zu falschen Ertrags-Ergebnissen (s. hierzu: IWR® -Ertragsgutachten für Windparks an einem Einzelstandort).

 

Kontakt & Infos – IWR® -Ertragsgutachten für Windparks

Ansprechpartner: Ralf Schlusemann: Tel. 0251-23946-0

Internationales Wirschaftsforum Regenerative Energien (IWR)

Soester Str. 13, 48155 Münster

 

Verwendung eines regionalen Windindex

 

Windkraftanlagenbetreiber und Projektierer verwenden einen Index häufig gerne dazu, um den „langjährigen“ Ertragswert ihres Windparks zu ermitteln bzw. die Jahreswerte mittels Dreisatzrechnung auf „langjährig“ zu korrigieren. Diese einfache Dreisatz-Rechnung ist fahrlässig und führt auf Grund der Methodik fast immer zu falschen Ergebnissen, da die Berechnung auf völlig unterschiedlichen Bezugszeiträumen basiert. Folgendes fiktive Beispiel soll dies verdeutlichen:

 

  1. Die Stromerträge x laut Windgutachten basieren auf langjährigen Winddaten (Zeitraum: 1975 – 1985).
  2. Der Windpark geht im Jahr 2005 in Betrieb.
  3. Die aktuellen Erzeugungswerte für den Windpark des Jahres 2010 werden mit einem Index, der aus einem ganz anderen Bezugszeitraum (Zeitraum: 1989 – 1999) stammt, korrigiert .

 

Wie leicht erkennbar ist, werden hier Werte aus völlig unterschiedlichen Bezugszeiträumen zu Grunde gelegt und miteinander in Beziehung gesetzt, was im Ergebnis fast immer zu falschen Aussagen über den „langjährigen Ertrags-Mittelwert“ des eigenen Windparks führt (Vergleich von Äpfeln mit Birnen). Deshalb können regionale Windertrags-Indices in der Praxis nicht als Korrekturfaktor für ein Langjahresmittel an einem Einzelstandort verwendet werden und nur als Orientierungshilfe dienen.

 

Ertrags-Gutachten für einen Windkraftanlagen-Standort

Wie hoch ist der langjährige Windpark-Ertrag Ihres Windparks an einem konkreten Einzel-Standort?

 

Das IWR bietet ein lokales Windparkgutachten für Windparks an, die bereits in Betrieb sind. Auf einer transparenten und wissenschaftlich fundierten mathematisch-standardisierten Grundlage wird konkret für den jeweiligen Einzelpark der mittlere langjährige Jahresertrag sowie die Ertrags-Schwankungen für einen langjährigen Zeitraum von 30 Jahren berechnet. Als Grundlage für die Berechnung dienen die bisherigen tatsächlichen Erträge eines Windparks (weiter zum Windpark-Ertragsgutachten).

 

Index-Typ: IWR-Windertragsindex für Regionen

 

Beim IWR-Windertragsindex für Regionen handelt es sich um einen dynamischen Ertrags-Index. Die unterschiedlichen Bezugszeiträume zur Berechnung des Index (letzten 5 Jahre und 10 Jahre) rollieren jedes Jahr.

 

Beispiel: Die Jahreserträge im Windjahr 2009 werden mit dem Mittelwerten der Anlagenerträge aus den letzten 5 Jahren (2004 – 2008) und den letzten 10 Jahren (1999 – 2008) verglichen.

 

Die Erträge im Windjahr 2010 dagegen werden mit den Mittelwerten der Anlagenerträge aus den letzten 5 Jahren (2005 – 2009) und den letzten 10 Jahren (2000 – 2009) verglichen.

 

Quelle: www.iwr.de/wind/wind/windindex/index.html

 

 


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