Stadt Amorbach steht isoliert da

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In der Frage der Errichtung von Windkraftanlagen im Naturpark steht die Stadt Amorbach in der ILEK isoliert da. Alle anderen Partner der ILEK, also die Stadt Miltenberg, die Gemeinden Rüdenau, Weilbach, Kirchzell, Laudenbach, Weilbach und Schneeberg planen begrüßenswerter Weise keine Errichtung von Windkraftanlagen im Naturpark. Nur die Stadt Amorbach hält an ihren bereits im Jahre 2011 gefassten Plänen fest.

 

Ob sich das mit den von der ILEK gesteckten Zielen der Förderung des Tourismus vereinbaren lässt, ist fraglich. Die Stadt Amorbach lässt sich auch nicht anhand der negativen Beispiele im Hessischen Odenwald eines Besseren belehren. So fährt die Gemeinde Lützelbach mit ihrer Windparkbeteiligung in Hainhaus Jahr für Jahr Verluste ein. Die Stadt Michelstadt hat zwischenzeitlich erkannt, dass der Schutz von bedrohten Arten Vorrang hat und klagt gegen Windräder nahe Brehmhof, um die vom Aussterben bedrohte Mopsfledermaus zu schützen.

 

Auch die von der Stadt Amorbach behauptete angebliche Vorbelastung des Standorts Boxbrunn durch zwei an der hessischen Grenze geplante Windparks „Felgenwald 1“ und „Felgenwald 2“ ist nicht gegeben.

 

Nach Auskunft der Genehmigungsbehörde (Regierungspräsidium Darmstadt) plante die Firma WHS Gesellschaft für Energietechnik mbH & Co. Windpark Giebelsberg KG mit Sitz in Erzhausen ursprünglich die Errichtung von zwei Windparks mit je drei Windkraftanlagen (Felgenwald 1 und Felgenwald 2).

 

Zwischenzeitlich wird aber nur noch für zwei der sechs Anlagen das Genehmigungsverfahren nach § 4 BImSchG betrieben; nämlich den Anlagen WKA 1 und 2 im Felgenwald 1, nahe der Straße gelegen. Hier hatte zunächst der Verein Flugsport Michelstadt wegen des Flugfeldes bei Vielbrunn gegen 2 WKAs geklagt. Die Klage wurde im September 2015 zurückgezogen. Es bleibt abzuwarten, ob der Antrag tatsächlich weiterverfolgt wird, nachdem sich vier der Anlagen nicht realisieren lassen.

 

So hat die Firma WHS für die weitere Anlage WKA 3 im Felgenwald 1 bisher noch gar keinen Antrag auf Genehmigung nach § 4 BImSchG gestellt.

 

Für den Felgenwald 2 mit seinen drei Anlagen ruht das Verfahren auf Wunsch der Firma WHS seit mehr als zwei Jahren, nachdem die Genehmigungsbehörde mit Schreiben vom 19. September 2013 Unterlagen bezüglich der Avifauna und der Fledermäuse angefordert hat. Diese Unterlagen kann die Firma WHS bis zum heutigen Tage nicht beibringen. Mit anderen Worten: aus Naturschutzgründen ist die Errichtung eines Windparks im Felgenwald 2 nahe Boxbrunn nicht möglich.

 

Es ist deshalb auch fraglich, ob die Stadt Amorbach ihre Windkraftpläne in Boxbrunn durchsetzen kann und soll aufgrund des Vorkommens der Mopsfledermaus, des Rotmilans und des Schwarzstorchbrutpaares vieler anderer geschützter Arten. Die dadurch bedingten Abschaltzeiten der Anlagen gehen zu Lasten der Wirtschaftlichkeit.

 

In Deutschland leben nur noch ca. 500 Brutpaare des Schwarzstorches. Eines davon hat sein Habitat zwischen Mangelsbach, der Boxbrunner Höhe und dem Gönzbachtal. Die Tiere sind störungssensibel. Jungvögel verenden häufig in Stromleitungen.

 

Es steht in der Verantwortung der Stadt Amorbach ihren Beitrag zum Erhalt des streng geschützten und vom Aussterben bedrohten Schwarzstorches zu leisten.

 

 


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