Offener Brief an Bezirk Unterfranken

Aktuelles · Leserbriefe

Sehr geehrter Herr Dotzel,
sehr geehrter Herr Stroehlein,

 

Ich lebe im Amorbacher Stadtteil Boxbrunn und habe bereits meine Stellungnahme im Zonierungsverfahren fristgemäß abgegeben.

 

Bei der Entscheidung über das Zonierungsverfahren zur Schaffung von Flächen der Windkraftnutzung im Naturpark Bayrischer Odenwald bitte ich noch einmal folgendes zu überdenken:

 

Im Hinblick auf die Zerstörung von Waldflächen und die Habitaten von Tier- und Pflanzenwelt ist die Errichtung von Windkraftanlagen im Wald grundsätzlich zweifelhaft.

 

In den Ausnahmezonen 4 und 5 nahe Boxbrunn ist die Errichtung von Windkraftanlagen im Hinblick auf die dort vorkommenden geschützten Tierarten nahezu ausgeschlossen. Hier leben nicht nur Mopsfledermaus, Rot- und Schwarzmilan, verschiedene Eulenarten sowie Wespenbussard und viele andere Arten mehr.

 

Ein Schwarzstorchpaar hat im Sommer 2015 in unserer Gegend gebrütet. Das Schwarzstorchpaar wurde von Jägern, Vogelschützern und „einfachen“ Bürgern mehrfach gesichtet zwischen Mangelsbach, Boxbrunn und dem Gönzbachtal.

 

Wie Sie sicherlich wissen, gibt es in Deutschland nur noch ca. 500 Brutpaar der Schwarzstörche. Die Tiere sind hochgradig störungssensibel, deshalb werden sogar die Standorte der Brutplätze der Tiere geheim gehalten! Viel Jungvögel verenden an Stromleitungen. Auch sind diese Tiere schlaggefährdet durch Windkraftanlagen.

 

Die Stadt Amorbach hat bereits ein avifaunistisches Gutachten in Auftrag gegeben, damit dieses im Antragsverfahren auf Errichtung der WKAs verwendet werden kann.

 

Wenn alles mit rechten Dingen zugeht – wovon ich selbstverständlich ausgehe – muss das Schwarzstorchbrutpaar in diesem Gutachten Erwähnung finden.

 

Bei nur 500 Brutpaaren Deutschland weit und dem sensiblen Standort im Wald mit schlaggefährdetem Rotmilanen und Wespenbussarden darf es eigentlich nicht angehen, dass an solchen Stellen wie auf der Boxbrunner Höhe Windparks errichtet werden.

 

Auch die immer wieder von der Stadt Amorbach behauptete Vorbelastung ist von hessischer Seite her ist nicht gegeben.

 

Dort ruht z. B. für den Felgenwald II der Antrag auf Errichtung von 2 WKAs seit zwei Jahren, weil sich dort Wochenstuben der Mopsfledermaus befinden. Der Antragsteller der Anlagen kann hier kein geeignetes Gutachten vorliegen, dass die Unbedenklichkeit bezüglich der Fledermäuse bescheinigt.

 

Für eine vierte Anlage wurde bislang gar kein Bauantrag gestellt.

 

Ich bitte Sie im Namen des Artenschutzes und im Namen zukünftiger Generationen, erhalten Sie den Naturpark Bayerischer Odenwald!

 

Zerstören Sie nicht das Habitat bedrohter Arten wie dem Rotmilan und der Mopsfledermaus!

 

Bitte helfen Sie mit, dass der Schwarzstorch nicht ausstirbt! Sie haben es in der Hand. Sie tragen einen Teil der Verantwortung für den Fortbestand dieser Arten.

 

Mit freundlichen Grüßen

Martina Müller

SPRECHERIN DER BÜRGERINITIATIVE NATURPARK BOXBRUNN

 

 


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