Geschützte Arten bedroht

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In der Umgebung von Boxbrunn gibt es mehrere Brutpaare des Rotmilans und ein Brutpaar des Schwarzstorches. Beides sind geschützte Arten und vom Aussterben bedroht. Sie sind eigentlich durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt.

 

Trotz Fachgutachten sterben geschützte Arten wie Rotmilan und Wespenbussard durch Windkraft.
Die störungsempfindlichen Schwarzstörche werden verscheucht. Auch dies ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten.

 

Macht es Sinn, wegen vier weiterer Windkraftanlagen den Verlust dieser geschützten Arten in Boxbrunn zu riskieren. Wenn die Tiere erst einmal weg sind, dann kommen sie nicht wieder zurück.

Welches Gut wiegt höher?

Ein fraglicher finanzieller Gewinn oder der Schutz bedrohter Arten?

 

In Deutschland gab es Ende 2014 24.867 Windenergieanlagen

 

In Deutschland stehen Ende 2014 insgesamt 24.867 Windenergieanlagen. Im Rahmen des Repowerings wurden nach  unverbindlichen Angaben  544 Anlagen abgebaut und 413 aufgebaut. (Quelle: WindGuard GmbH)

 

In Deutschland leben maximal 14.500 Brutpaare des Rotmilans

 

Das Verbreitungsgebiet des Rotmilans ist heute im Wesentlichen auf Zentral-, West- und Südwesteuropa beschränkt. Der Verbreitungsschwerpunkt dieser Art liegt in Deutschland, das allein über 50 Prozent des weltweit auf maximal 29.000 Brutpaare geschätzten Rotmilanbestandes beherbergt. (Quelle: Wikipedia)

 

Was bedroht den Rotmilan?

Der Rotmilan wird seit Jahren immer seltener. Gefährdungsfaktoren für den Rotmilan  sind die  Intensivierung der Landwirtschaft, Windkraftanlagen und ungesicherte Strommasten. Der Rotmilan wird als häufigste Art Opfer von Vogelschlag. Seit den 1990er Jahren ist der Bestand des Rotmilans in Deutschland und Europa lokal um bis zu 20 Prozent gesunken. Der Rotmilan ist durch die EU-Vogelschutzrichtlineie und das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. (Quelle: Deutsche Wildtierstiftung)

 

In Deutschland leben ca. 500 Brutpaare des Schwarzstorchs

 

Wo lebt er?

Er braucht urwüchsige, reich strukturierte und feuchte Wälder. Extensiv genutzte Wiesen und kleinere Fließgewässer sind wichtige Nahrungshabitate für den Schwarzstorch. Er meidet weites Offenland und die Nähe des Menschen. Zwischen 7.800 und 12.000 Brutpaare leben in Europa – das ist etwa die Hälfte des Weltbestandes. Rund 500 Brutpaare siedeln in Deutschland. Der Langstreckenzieher überwintert im östlichen und westlichen Afrika, wohin er im August aufbricht.

 

Wie kann ich ihn beobachten?

Schwarzstörche brüten bereits wieder häufiger in Deutschland. Sie sind sehr störungsempfindlich, deshalb werden die Brutgebiete geheim gehalten. Es besteht die Gefahr, dass er sein Brutgeschäft sofort abbricht, wenn er sich gestört fühlt. (Quelle: Deutsche Wildtierstiftung)

 

Deutlichen Einfluss auf den Schwarzstorchbestand haben auch Stromleitungen. Unter den Jungvögeln gibt es jedes Jahr wieder erhebliche Verluste durch Zusammenstöße mit Freileitungen. Auch Stromschläge an den Masten der Mittelspannungsleitungen fordern viele Opfer.

 

Große Sorge bereitet uns aber vor Allem die zunehmende Tendenz zum Bau von Windkraftanlagen in den bewaldeten Hochlagen der Mittelgebirge. Aktuell gibt es immer wieder Konflikte zwischen dem Wunsch nach mehr Erneuerbaren Energien einerseits, der auf Grund der dichten Besiedelung Deutschlands verstärkt zum Bau von Windkraftanlagen in Wäldern führt und dem Schutz bedrohter im Wald brütender Vogelarten wie Uhus, Rotmilanen und eben Schwarzstörchen andererseits. Hier entstehen für viele bedrohte Waldvogelarten potentielle Gefährdungen, die nur durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Windkraftanlagenbetreibern, zuständigen Behörden und fachkompetenten Organisation wie dem LBV gelöst werden können. Quelle: Landesbund für Vogelschutz (LBV)

 

 


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