Stadt Amorbach liefert keinen Beitrag zur Energiewende

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Die Verantwortlichen der Stadt Amorbach geben sich gerne als Vorreiter der Energiewende. Hierzu führen sie die Begründung an, dass bereits wenige Monate vor dem Atomausstieg in Amorbach Pläne zur Errichtung von Windparks gefasst wurden.

 

Finanzielle Erwägungen spielen laut 1. Bürgermeister und Stadtrat keine Rolle bei den ins Auge gefassten Windkraftplänen.

 

Vielmehr wird seitens der Stadt immer wieder auf die Reaktorkatastrophe von Fukushima verwiesen und darauf, dass in Zeiten des Klimawandels ein Umdenken stattfinden und ein jeder seinen Beitrag zur Energiewende leisten müsse.

 

Schaut man sich das klimapolitische Engagement der Stadt Amorbach außerhalb der geplanten Windparkprojekte an, stellt man fest, dass ein solches schlicht und ergreifend nicht vorhanden ist.

 

In seiner Sitzung vom 21.05.2015 – also mehr als vier Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima – hat sich der Amorbacher Stadtrat gegen den Bezug von Öko-Strom entschieden. Der Bezug von Strom aus rein regenerativen Quellen wäre im Vergleich zu vorwiegend konventionell erzeugtem Strom ca. 5-6 % teurer gewesen. Aus rein finanziellen Überlegungen wird die Stadt Amorbach nun weiterhin noch bis mindestens 2019 ihren Strom aus Kohle und Atom beziehen.

 

Aber auch an anderer Stelle sucht man vergeblich nach Beiträgen der Stadt Amorbach zur Energiewende. Auf keinem öffentlichen Gebäude befinden sich Photovoltaik-Anlagen.

 

Auch bei den in den letzten Jahren mit enormem finanziellen Aufwand sanierten Schulen hat eine energetische Gebäudesanierung nicht stattgefunden. Dadurch haben es die Verantwortlichen der Stadt Amorbach versäumt, auf wirklich lange Sicht sowohl den Geldbeutel als auch das Klima zu schonen.

 

Betrachtet man die fehlenden Anstrengungen der Stadt Amorbach in puncto Klimaschutz und die Tatsache, dass für die Errichtung der Windkraftanlagen in Boxbrunn riesige Flächen klimaschützender Wald im Naturpark gerodet werden muss, kommt man zu der Einschätzung, dass die erwarteten Pacht- und Gewerbesteuereinnahmen der wahre Grund für die stark forcierten Windkraftplanungen der Gemeinde sind.

 

Hinzu kommt noch, dass die Stadt Amorbach bereits im Jahre 2011 der Energiegenossenschaft Untermain (EGU) beigetreten ist. Wenn die EGU ihre seit Jahren mit großem Aufwand verfolgten Windparkpläne in Boxbrunn nicht umsetzen kann, so wäre dies ein herber finanzieller Verlust – nicht nur für die EGU sondern auch für die Stadt Amorbach als Mitglied der Energiegenossenschaft.

 

(Bildnachweis: © Coloures-pic / Fotolia.com)

 

 


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