UNESCO erkennt den Wert des Odenwalds

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Es ist ausgesprochen erfreulich, dass die UNESCO den Wert des Odenwalds erkannt hat und ihn jetzt als UNESCO Geopark in das Programm der UNESCO aufgenommen hat.

 

Auch die Stadt Amorbach darf sich mit dem Prädikat einer UNESCO Geo-Naturpark Gemeinde schmücken.

 

Dieser Titel verpflichtet uns alle noch mehr als bisher zur Bewahrung unserer außergewöhnlich schönen und wertvollen Landschaft.

 

Nach Auskunft des Geschäftsführers des Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, Herrn Reinhard Diehl, umfasst der GeoNaturpark Bergstraße-Odenwald eine Fläche von 3.500 qkm zwischen Rhein, Main und Neckar; Mitglieder sind 7 Landkreise, 2 kreisfreie Städte und 103 Kommunen in der Region – gelegen in Hessen, Baden-Württemberg und in Bayern.

 

Eingriffe in das Landschaftsbild unterliegen hier einer besonderen Sorgfaltspflicht und Abwägung.

 

Satzungsgemäße Aufgabe des GeoNaturpark ist  unter anderem „die Erhaltung, Pflege und Entwicklung des Gebietes als Erholungsgebiet und charakteristische Kulturlandschaft“. Als einer von 104 Naturparken in Deutschland ist er sowohl nach dem Bundesnaturschutzgesetz als auch nach dem Landesnaturschutzgesetz der Erholungsvorsorge und dem naturnahen Tourismus verpflichtet.

 

Von daher hat sich der GeoNaturpark bereits seit 1998 mit dem Thema „Windkraftanlagen und Natur- und Landschaftsschutz“ befasst.

 

Gemäß Beschluss des Verbandes sind Windenergieanlagen im Bereich des GeoNaturparks Bergstraße-Odenwald in einem planerischen Prozess unter sorgfältiger Abwägung der Belange von Natur und Landschaft zu steuern.

 

Das charakteristische Landschaftsbild und die Erholungseignung der Landschaft darf nicht durch die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen beeinträchtigt werden. Eine flächenhafte Streuung von Einzelanlagen ist in jedem Falle zu verhindern.

 

Der GeoNaturpark Bergstraße-Odenwald muss bei den entsprechenden Planungen und Genehmigungen rechtzeitig mit einbezogen werden. Der GeoNaturpark Bergstraße-Odenwald informiert zu diesem Zweck die Planungs- und Genehmigungsbehörden über diesen Beschluss.

 

Es bleibt meiner Auffassung nach zu hoffen, dass auch die regionalen politischen Entscheider den Wert ihrer eigenen Heimat zu würdigen wissen und den Odenwald nicht durch den ungebremsten Bau von Windkraftanlagen zerstören – damit nicht aus dem UNESCO GeoNaturpark ein Windpark wird.

 

Bei mehr als 9 % Fläche, die der Windkraft gewidmet ist, würde der Odenwald diesen Status verlieren.

 

Die Errichtung von vier Anlagen in Boxbrunn würde gegen die vom Verband des GeoNaturparks geforderte Vermeidung einer flächenhaften Streuung von Einzelanlagen verstoßen. Auf Hessischer Seite kann im Felgenwald der mit 6 Anlagen geplante Windpark aus Naturschutzgründen nämlich nicht realisiert werden, wenn überhaupt können dort lediglich zwei Anlagen gebaut werden. Vier Anlagen in Boxbrunn und 2 Anlagen im Felgenwald – dies würde der eigentlich nicht gewollten flächenhaften Streuung von Windenergieanlagen Vorschub leisten und ein Risiko für den UNESCO-Titel darstellen.

 

Tina Müller

 

Bildnachweis: © juhumbert / Fotolia.com

 

 


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